Unter dem Einfluss von FSH (follikelstimulierendes Hormon), das von der Hypophyse ausgeschüttet wird, wachsen Eibläschen (Follikel) mit den Eierzellen heran, wobei meist eines die Führung übernimmt. Die Zellen des Eibläschens produzieren Östrogen. Östrogen bewirkt, daß die Gebärmutterschleimhaut, die bei der Periodenblutung abgestoßen wurde, wieder neu aufgebaut wird. Der Schleim im Gebärmutterhalskanal verflüssigt sich und nimmt an Menge zu. Je mehr Östrogen produziert wird, desto mehr Wasser wird eingelagert, das Gewebe wird weich und schwillt an, der Gebärmutterhalsschleim wird dünnflüssiger.
Hat der Östrogenspiegel eine bestimmte persönliche (!) Höhe erreicht, schüttet die Hypophyse kein FSH mehr aus, sondern LH (luteinisierendes Hormon - von Corpus luteum, Gelbkörper, weil der Bereich um das geplatzte Eibläschen eine gelbe Farbe annimmt), wodurch es zum Eisprung kommt. Die Zellen des geplatzten Follikels bilden sich zu einer Drüse um, die (zusätzlich zum Östrogen) das Hormon Progesteron produziert. Wenn keine Befruchtung stattgefunden hat, geht der Gelbkörper 12 -16 Tage nach dem Eisprung zugrunde und damit auch die Bildung von Progesteron. Progesteron bewirkt, dass die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des Eies vorbereitet wird. Der Schleim wird wieder dickflüssig und schließt den Gebärmutterhalskanal ab, die Körpertemperatur steigt um einige Zehntel Grad an. Das ist das für uns selbst am einfachsten nachprüfbare und einzig wirklich sichere Zeichen, dass ein Eisprung stattgefunden hat.
Ist die Gelbkörperphase zu kurz (unter 10 Tagen) oder produziert der Gelbkörper zu wenig Progesteron (Gelbkörperschwäche), ist eine Schwangerschaft nicht möglich und es kann zu einer Reihe von Störungen kommen (s.u.).
In den Wechseljahren kommt es zu unregelmäßiger Blutung und schließlich zu deren Ausbleiben. Zunächst aber wird weniger oder gar kein Progesteron (weil z. B. die Gelbkörperphase zu kurz ist oder kein Ei mehr springt) gebildet, was zu einem starken Aufbau der Schleimhaut und auch ganz starken Blutungen sowie zu starken Wassereinlagerungen und psychischen Symptomen führen kann. Die Prämenopause beginnt oft schon 10 Jahre vor der eigentlichen Menopause. Schließlich werden die Regelblutungen schwächer und hören ganz auf. Der Östrogenspiegel im Körper sinkt aufgrund der mangelnden Eiproduktion ab; folglich kann die mangelnde Wassereinlagerung zu Bindegewebsveränderungen (Gebärmuttersenkung und Probleme mit der Blase) sowie zu Trockenheit der Haut- und Schleimhaut führen. Die Störung des hormonellen Gleichgewichts, eines Rhythmus, der etwa 30 Jahre das Zyklusgeschehen beherrscht hat, bringt natürlich erst einmal ein großes Durcheinander: Depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Schlafstörungen, Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind häufig die Folge. Das ist ein natürlicher Vorgang der Umstellung und keine Krankheit. Es ist wichtig, sich das bewusst zu machen, und die einzelnen Symptome, so unangenehm sie sein mögen, auch nicht überzubewerten, sondern nach einem angemessenen Umgang zu suchen.
Östrogen und Progesteron werden auch nach den Wechseljahren in geringerer Menge in der Nebenniere und im Fettgewebe produziert.

 

Feststellung der hormonellen Lage:

 Selbstbeobachtung:
Eine der sichersten und einfachsten Methoden um festzustellen, ob ich überhaupt einen Eisprung habe oder ob mein Gelbkörper genügend Progesteron produziert, ist die Temperaturmessung. Mit dem Anstieg der Temperatur um einige Zehntelgrad, kann ich den Eisprung feststellen. Es empfiehlt sich dies nach den genauen Methoden der natürlichen Familienplanung anzugehen, um auch entsprechend verhüten zu können oder bei Kinderwunsch den besten Zeitpunkt für die Befruchtung zu kennen.
Zusätzlich gibt es noch andere Körperzeichen, die den Eisprung begleiten können: Mittelschmerz (starkes Ziehen oder Schmerz im Unterbauch und Rücken über Sekunden, Minuten aber auch Stunden), Gebärmutterhochstand, verflüssigter Schleim, Pickel, Putzfimmel, Schokoladehunger, Verstopfung, fettige Haare usw.

  

Natürliche Familienplanung (NFP):

 

Allgemeine Infos zu NFP:
www.natuerliche-familienplanung.de

Wissenschaftliche Infos zu NFP:
www.uni-duesseldorf.de /NFP/

 


Literatur:

 Natürliche Familienplanung – das Praxisbuch

 Arbeitsgruppe NFP (Hrsg.)
18. Auflage, 125 Seiten, Euro 14,95
ISBN 978-3830435587

 

Natürliche Familienplanung – Arbeitsheft

 Arbeitsgruppe NFP (Hrsg.)
9. Auflage, 164 Seiten, Euro 24,95
ISBN 978-3-8304-6568-3

 

 
Aktuelle Termine für Kurse:
http://www.natuerliche-familienplanung.de/Beratung.34.0.html